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Schachtraining
Inhalte der
Trainingsabende
Thema: Verteidigungsstrategien
gegen Grand-Prix-Angriff bzw. geschlossenem Sizilianer (Ingram
Braun 29.09.2011)
Partien
Thema: Das positionelle Opfer
(Tamara Klink: 19.März 2009)
Im Gegensatz zum taktischen Opfer (meist im Rahmen eines
Mattangriffs), ist beim strategischen Opfer keine
schnelle Belohnung zu erwarten, sondern meist nur
Positionsverbesserungen, deren langfristige Vorteile abzuwägen sind
gegen den Materialnachteil. Die Einschätzung beruht hier weniger auf
Berechnung als auf Intuition, mit entsprechenden Risiken;
verliert man Zeit und kann man die Initiative nicht aufrechterhalten
schlägt der Materialnachteil voll durch.
Dies gilt auch beim Qualitätsopfer, d.h. beim Tausch eines
Turms gegen eine Leichtfigur. (Ein Turm entspricht i.d.R. dem Wert
von 1,5 Leichtfiguren oder einer Leichtfigur und 1,5 Bauern). Das
Qualitätsopfer ist korrekt, wenn die positionelle Schwächung
(Struktur und Koordination der Figuren ) auf Dauer genutzt werden
kann.
Ziele des Qualitätsopfers können z.B. sein:
1.
Schwächung der gegnerischen Bauernstruktur und Königsstellung,
Beseitigung von Vorposten
2.
Verbesserung der eigenen Bauernstruktur, Schaffung eines Freibauern,
Ermöglichung eines Vorpostens
3. Schaffung und Ausnutzung
gegnerischer Felderschwächen (Beseitigung des kontrollierenden
Läufers)
4.
Verbesserung der Figurenaktivität
5.
defensiv: Blockade, Sperrung von Linien und Diagonalen, Beseitigung
von gegnerischen Vorposten
Partien
Thema: Das
klassische Läuferopfer auf h7/h2
(Tamara
Klink:
16.Oktober 2008)
Beispiele
Ingram Braun - Mansky
Thema: Der
schlechte Läufer
(Tamara
Klink:
13. März 2008)
Schlecht ist ein Läufer, wenn er von den eigenen Bauern (mit der
gleichen Felderfarbe) behindert wird. Dadurch wird er selbst inaktiv
und die Felder der anderen Farbe sind i.d.R. schwach, weil sie vom
Läufer und den Bauern nicht verteidigt werden können. Schwerwiegend
wird dieser Nachteil, wenn die blockierenden Bauern im Zentrum
stehen und sie nur schwer bewegt werden können.
Die Bauernstruktur ist entscheidend, ob ein Figurenabtausch (z.B.
auch Springer gegen Läufer) vorteilhaft ist. Zu bedenken ist dabei
die voraussichtliche Situation im Endspiel.
Partien
Thema: Offene
Linien
(Tamara Klink: 22. November 2007)
Offene Linien können zu großem strategischen Vorteil führen, wenn es
gelingt, diese mit Schwerfiguren zu besetzen und sie ins gegnerische
Lager vorzustoßen.
Ein Turm beispielsweise auf der 7./2. Reihe kann möglicherweise die
dort postierten Bauern oder direkt die Königsstellung angreifen,
so dass der Gegner zur Verteidigung gezwungen wird und seine Kräfte
gebunden sind.
Die Gegner muss versuchen, den Einbruch zu verhindern durch Blockade
mit einer Leichtfigur oder durch Überdeckung der Einbruchsfelder.
Dies gelingt allerdings dauerhaft nur, wenn diese Figuren nicht
angegriffen, vertrieben oder abgetauscht werden können.
Eine offene Linie wird am häufigsten erreicht durch direkten
Bauerntausch (wobei es gilt den richtigen Zeitpunkt abzupassen) oder
-auf halboffenen Linien- durch Schlagen des Bauern oder durch
Figurenopfer.
Partien
Thema:
Freibauern
(Tamara Klink: 4.Oktober 2007)
Neben der entscheidenden Funktion im Endspiel haben Freibauern auch
im Mittelspiel wichtige Aufgaben: besonders im Zentrum stört ein
vorgeschobener Freibauer den gegnerischen Aufbau, lenkt die
gegnerische Verteidigung auf sich und ermöglicht dann
Flankenangriffe. Am wirksamsten ist der Freibauer dann, wenn
er selbst mit sparsamster Unterstützung auskommen kann und wenig
eigene Figuren zu seiner Unterstützung bedarf; dies gilt bei
verbundenen Freibauern. Als Isolani ist allerdings ein Freibauer mit Vor- und
Nachteilen verbunden.
Partien
Thema: Bauernphalanx
(Tamara Klink: 27.August 2007)
Eine Phalanx von Bauern (meist 2 Bauern) (z.B. d4 und e4,
c5 und d5) hat eine Reihe von Vorteilen: sie bietet
eine lückenlose Kontrolle über den Felderkomplex vor ihnen, bietet
Raum für die eigenen Figuren und erschwert durch ihr Vorrücken die
Umgruppierung beim Gegner.
Das Vorrücken muss deshalb rechtzeitig unterbunden werden,
durch die eigenen Bauern (klassisch)
oder durch Figurendruck auf das gegnerische Bauernzentrum (modern)
Partien
Thema: Angriff am Damenflügel
(Tamara
Klink: 28
Juni 2007)
Günstige Voraussetzungen für einen Angriff am Damenflügel sind:
Bauernschwächen
Bauernmehrheit mit Chancen für einen Freibauer
Kontrolle über offene Linien und Diagonalen
Starke Punkte, die Einbruch ins feindliche Lager ermöglichen
Partien
Thema: Bauernschwächen
(Tamara Klink: 31. Mai 2007)
Wie schwerwiegend Bauernschwächen sind, hängt davon ab, ob sie
überhaupt oder mehr oder weniger leicht aufzulösen sind und wie
schwierig es für den Gegner ist, sie anzugreifen. Das Ausnutzen einer Bauernschwäche ist nicht leicht, sofern
man nicht noch einen anderen Vorteil hat.
Partien
Thema: Positionelles Damenopfer
(Tamara Klink: 31.Mai 2007)
Das Opfern für langfristige, strategische Ziele ist meist schwer
zu beurteilen. Frage: erreicht man ausreichende Kompensation durch
die Schaffung dauerhafter Schwächen beim Gegner oder durch
Freilegung des gegnerischen Königs?
Voraussetzung ist eine Situation, in der der Gegner nur schwer
Gegenspiel erreichen kann. da man für die Ausnutzung positioneller
Schwächen meist Zeit
benötigt.
Partien
Thema: Taktisches Damenopfer
(Tamara Klink: 19.April 2007)
Taktische Motive:
Matt, Bauernumwandlung, gewonnenes
Endspiel, Patt
Beispiele
Thema: Der Isolani
(Tamara Klink: 25. Januar 2007)
Die weiße Stellung mit einem isolierten Damenbauern auf d4 (bei
Schwarz auf d5) ergibt sich häufig beim Damengambit wie auch bei
vielen anderen Eröffnungen. Sie ist populär, da der Isolani sowohl
Stärken als auch Schwächen besitzt, was eine allgemein gültige
Stellungsbewertung erschwert. Die Perspektiven beider Seiten sind
ungefähr gleich.
Die Vorzüge des isolierten Zentralbauers:
er sichert Raumvorteil mit erhöhter Manövrierfähigkeit der eigenen
Figuren,
er kann als "Mauerbrecher" die gegnerische Stellung öffnen
(Tendenz d4 - d5)
und kontrolliert wichtige Felder in der gegnerischen Hälfte
(z.B. mit Springer auf dem Vorpostenfeld e5 /c5)
Diese Vorteile verflüchtigen sich im Endspiel.
Seine Nachteile sind:
er kann nicht von Bauern
geschützt werden (die Deckung mit Figuren ist nicht immer
zuverlässig)
und vor ihn (auf d5) kann der Gegner eine Figur wirkungsvoll
platzieren. Dies wirkt sich besonders im Endspiel aus.
(siehe 2.Trainingsabend: Thema Blockade)
Daraus ergeben sich
folgende Pläne:
Der Spieler mit dem Isolani strebt eine
Entscheidung im Mittelspiel an, durch:
1. Angriff am Königsflügel, - mit möglichst allen Figuren
2. Vormarsch des Bauern (d4-5) zwecks Öffnung der Stellung
3. Vormarsch des Bauern zwecks Einengung des Gegners
Partien
Wer gegen den Isolani spielt, strebt das
Endspiel an. Seine Pläne:
1. Abtausch der aktivsten Figuren des Gegners
2. Blockade des Isolani
3. Direkter Angriff gegen ihn und Bindung der gegnerischen Kräfte an
seine Verteidigung
4. Schaffung einer zweiten weiteren Schwäche beim Gegner
Partien
Thema: ungleichseitige Rochade
Tamara Klink:
Ungleichseitige
Rochade, d.h. Rochade auf entgegengesetzte Flügel (z.B. Schwarz
kurze Rochade und Weiß lange Rochade), findet sich bei einigen Eröffnungsvarianten (z.B.
Drachenvariante der Sizilianischen Verteidigung).
Sie bietet sich auch an bei Bauernschwächen des
Gegners.
Gelegentlich wird die Rochade bewusst hinausgezögert, um den Gegner über die
Richtung der Rochade (und die eigenen Pläne) im Unklaren zu lassen
und um so die Angriffspläne des Gegners zu stören.
Bei gleichseitiger
(kurzer) Rochade tragen meist nicht die Bauern, sondern die
Leichtfiguren den Angriff; die Bauern auf dem Königsflügel werden
zur Vermeidung von Schwächen und zum Schutz des Königs eher
zurückgehalten.
Bei ungleichseitigen Rochaden stürmen dagegen normalerweise die Flügel-Bauern gegen
die Königsstellung, um diese zu zerstören oder um durch Opferung
Linien für Figuren zu öffnen.
Ungleichseitige Rochaden
sind i.d.R. Zeichen für scharfes Spiel, da beide Parteien mit ihren
Flügelbauern rigoros vorstürmen können, ohne dadurch ihren König zu
gefährden. Einen reinen Figurenangriff trifft man hier seltener.
Meistens geht es um die Frage, wer kommt zuerst? Wird eine Partei
erst einmal in die Defensive gedrängt, neigen ihre vorgerückten
Bauern zur Schwäche.
Deshalb ist es wichtig, zu Beginn die Möglichkeiten des Gegners und die
eigenen Chancen richtig
einzuschätzen, um gegebenenfalls die mit dem Bauernvormarsch
entstehenden Stellungsschwächen zu vermeiden.
Während des Angriffs sind ebenfalls ständig die Aktionen des Gegners
auf dem anderen Flügel zu beobachten, um notfalls rechtzeitig Verteidigungszüge
zwischen zu schalten.
Vor dem
Bauernangriff ist folgendes zu prüfen:
1. Die Stellung der eigenen Sturm-Bauern.
Wie weit sind sie schon vorgerückt? Gibt es Doppel-Bauern? Wie
wirkt sich der Bauern- Vormarsch auf die Stellung der eigenen
Leichtfiguren aus.
2. Die gegnerische
Bauernstruktur vor dem König:
Ermöglichen hier vorgerückte
gegnerische Bauern das Öffnen von Linien?
Kann eine Schwächung der
gegnerischen Bauernstruktur vor dem König provoziert werden? u.U.
mit Bauernopfer?
Andersherum: die Schutz-Bauern vor dem eigenen König sollen
möglichst keine Schwächen bieten, deshalb sollten sie
(z.B. h7-6) zunächst gar nicht oder
nur sehr vorsichtig gezogen werden.
3. Stehen beim
Vormarsch der Bauern gegnerische Figuren im Wege und können
angerempelt werden, dann bringt dies Tempogewinn.
Eigene Figuren vor den eigenen Bauern behindern den Angriff.
4. Die Figuren
müssen zur Unterstützung des Bauernvormarsches und zur effektiven
Ausnutzung von Linienöffnungen optimal positioniert sein.
Stehen unsere Figuren ungünstig oder abseits, bietet sich ein
Bauernsturm eher nicht an.
Partien
Thema:
Königsindische Verteidigung - klassische Variante
(Tamara Klink: 19. Oktober 2006)
Partien
Thema: Der Keilbauer
(Tamara Klink: 14.
September 2006)
Der Bauer auf der 6. Reihe (f6, h6, g6) engt den gegnerischen König
stark ein und ermöglicht vielfach schöne Mattkombinationen
Beispiele
Thema: Zentralisierung im Endspiel
(Tamara Klink)
Zu Beginn des Endspiels hat der König zur Mitte zu streben, denn von
dort kann er auf beide Flügel zum Angriff schwenken. Ähnliches gilt
auch für die Zentralisierung der Figuren.
Mit dem Vordringen des Königs soll gleichzeitig der gegnerische
König behindert und abgedrängt werden.
Beim Endspiel mit Türmen ist entscheidend, ob sie passiv oder aktiv
stehen.
Bei einem Freibauern versuchen beide Seiten ihren Turm hinter den
Bauern zu stellen.
Steht der König frei und kann sich nicht hinter einer Figur
verstecken, droht Dauerschach.
Beispiele
Thema: Damengambit Cambridge-Springs-System
(Tamara Klink: 27. Juli 2006)
Partien
Thema: Die Blockade (Tamara Klink: 8. Juni 2006) Die blockierende Figur kann nicht frontal angegriffen werden, weil der
gegnerische Bauer sie deckt. Beispiel: Weiß: Dd1,
d4; Schwarz Sd5.
Dadurch
steht eine solche Figur (hier Sd5) sehr sicher, insbesondere wenn der
gegnerische Bauer ein Isolani ist und deshalb unsere Figur nicht von einem
Nachbar-Bauern angegriffen werden kann.
Die
blockierende Figur hat eine starke Wirkung auf das gegnerische Lager.
Z.B. : Der blockierende Turm kann von diesem Feld leicht auf den Damen- oder den
Königsflügel überführt werden.
Allerdings ist der Turm durch gegnerische Leichtfiguren leicht angreifbar und
kann vertrieben werden. Dies gilt in noch stärkerem Maße auch für die Dame, die
deshalb als Blockierer meist weniger geeignet ist.
Der beste
Blocker ist der Springer. Er wirkt sehr effizient aus seinem ‚Versteck’ auf die
Nachbarfelder.
Beispiele
Thema: Die Eröffnung
(Tamara Klink: 20. April 2006)
1.Typische Fehler in der Eröffnung:
Züge mit den Randbauern,
das frühe Umherziehen mit der Dame, besonders auf e7 oder e2 (vor dem eigenen
König),
das Herausziehen der Läufer vor die Mittelbauern, die dadurch blockiert werden
Eröffnungsregeln:
Wenn es der Gegner erlaubt, besetzen wir mit zwei Zentrumsbauern die
Zentrumsfelder.
In der Regel wird der Springer vor dem Läufer entwickelt.
Möglichst rasch soll die kurze Rochade angestrebt werden, damit der König früh
eventuellen Gefahren entzogen wird. Zu diesem Zweck werden zuerst die Figuren
des Königsflügels (Sg1, Lf1, Sg8. LF8) entwickelt.
Eine
goldene Eröffnungsregel besagt: Ziehe mit einer Figur in der Eröffnung möglichst
nicht zweimal !
Man vermeide also Tempoverluste (Zeitverluste). Eine rasche Entwicklung der
Figuren ist das oberste Gebot in der Schacheröffnung.
Die
Entwicklung der Figuren soll auf Felder mit maximaler Wirkung
erfolgen,.
Züge wie Sa3, Sh3 oder Sh6, Sa6 sind nur in Ausnahmefällen sinnvoll.
Die
Schwerfiguren (Dame und Türme) stehen auf der Grundlinie
zunächst am besten. Sie
werden erst nach der Entwicklung der Leichtfiguren und nach der Rochade ins
Spiel gebracht.
Bauernzüge
müssen genau überlegt werden, da es für sie kein Zurück gibt.
In der Regel vermeiden wir am Anfang Randbauernzüge wie a2, h3, a6, h6.
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